„Wachstum, Zusammenarbeit und Zugehörigkeit“

Rückblick auf die zweite Graduation Ceremony der Max Planck Schools

Am 19. Juni 2026 versammelten sich Deans, Fellows, Koordinator:innen, Familien und Freund:innen im FORUM auf dem Bildungscampus Heilbronn, um die frisch promovierten Absolvent:innen der drei Max Planck Schools – Cognition, Matter to Life und Photonics – zu feiern. Was im Vorjahr als Auftakt begann, entwickelt sich nunmehr zu einem festen Programmpunkt im Kalender der drei Schools.

Der Tag begann jedoch nicht mit der Zeremonie selbst, sondern mit einer Frage, die alle Schools verbindet: Wie bleibt man auch nach der Promotion Teil des Netzwerks? In einer Brainstorming-Runde zum Thema Alumni-Management brachte Cathrin Anna Jerie vom Alumni-Engagement Team der ETH Zürich frischen Input mit. Gemeinsam entwickelten die Absolvent:innen aller drei Schools Ideen, wie sich der Zusammenhalt über die Promotionszeit hinaus stärken lässt. Es war ein Vorgeschmack auf das, was den restlichen Tag prägen sollte: der Austausch über Disziplingrenzen und alle drei Schools hinweg.

Am Nachmittag verlagerte sich das Geschehen ins FORUM, wo die eigentliche Graduation Ceremony 2026 stattfand – feierlich umrahmt vom alljährlichen Heilbronner Lichterfest, das mit einer beeindruckenden Lichtshow den Nachthimmel über dem Neckar erstrahlen ließ. Zu Beginn begrüßten die beiden Max Planck Schools Deans Jan-Michael Rost und Joachim Hornegger alle Teilnehmenden herzlich und ließen es sich nicht nehmen, mit einem Schmunzeln an ihre eigene, „gefühlt eine Ewigkeit zurückliegende Promotion“, wie Joachim Hornegger betonte, zurückzudenken. Den Absolvent:innen gab er schließlich folgenden Rat mit auf den Weg, der nicht nur für den Forschungsalltag als solchen, sondern für den gesamten weiteren Werdegang gilt: „Bleibt neugierig und wissensdurstig – unsere Welt braucht mehr Menschen, die Fragen stellen, auf die sie die Antwort noch nicht kennen."

Den nachfolgenden Festvortrag hielt Johanna Wanka, die als ehemalige Bundesministerin für Bildung und Forschung in der Gründungsphase der drei Max Planck Schools maßgeblich die Finanzierung der Pilotphase ermöglicht hat. Gemeinsam mit dem damaligen MPG-Präsidenten Martin Stratmann und den zahlreichen Partnereinrichtungen der Schools teilte sie die Überzeugung, die über Deutschland verteilte wissenschaftliche Exzellenz in einem neuartigen, organisationsübergreifenden Programm zu bündeln. In ihrer Ansprache richtete Wanka den Blick auch auf die gesellschaftliche Rolle der Wissenschaft. Sie machte deutlich, wie sehr Wissenschaft und Gesellschaft gerade jetzt aufeinander angewiesen seien. Echoräume begünstigten die Verbreitung von Misinformationen, doch das Vertrauen der Mehrheit in die Wissenschaft verleihe ihr eine besondere Deutungsmacht – eine Verantwortung, der insbesondere Forschende gerecht werden müssen. Zugleich warnte sie vor vereinfachenden Schwarz-Weiß-Debatten: Wer Innovationen wolle, müsse ihnen auch Raum geben. Plausibilität sei nicht gleich Kausalität, betonte sie, und warb insofern für Verhältnismäßigkeit, Offenheit gegenüber langfristig angelegter Forschung sowie dafür, wissenschaftliche Erkenntnisse stets im Spannungsfeld von Chancen und Risiken zu betrachten. Dass Wanka als Ehrengast zur zweiten Graduation Ceremony anwesend war, verlieh der Veranstaltung besondere Symbolkraft. Schließlich hätten die Max Planck Schools „ohne ihre Unterstützung wohl nie das Licht der Welt erblickt“, wie Joachim Hornegger bei ihrer Begrüßung scherzte.

Als Vertreterin der Dieter Schwarz Stiftung richtete schließlich auch Miriam Biller Worte an die Absolvent:innen und betonte, dass die großen wissenschaftlichen Durchbrüche heute längst nicht mehr in Silos einzelner Disziplinen entstünden, sondern an ihren Schnittstellen – genau dort, wo Max Planck Schools ansetzen. Heilbronn, so Biller, schaffe dafür mit einem innovationsstarken Ökosystem aus Wissenschaft, Wirtschaft und Unternehmertum ideale Voraussetzungen.

Es folgte der Moment, auf den alle gewartet hatten: die feierliche Übergabe der Zeugnisse durch die Deans. Die Freude war den Familien und Begleitungen im Publikum ebenso anzusehen wie den Absolvent:innen selbst. Unter großem Applaus und begleitet von zahlreichen gezückten Kameras nahmen sie ihre Zeugnisse entgegen.

Elf Personen, darunter zwei Männer in Anzügen an den Enden, stehen auf einer Bühne vor einer weißen Leinwand und zeigen Urkunden, vermutlich bei einer Auszeichnung oder Zeremonie.

Alumni MPS Cognition

Auf einer Bühne stehen sieben Personen in formeller Kleidung nebeneinander, fünf zeigen Urkunden, die vermutlich Preise oder Zertifikate darstellen, vor einem weißen Hintergrund.

Alumni MPS Matter to Life

Zwei ältere Herren in Anzügen flankieren drei jüngere Personen, die jeweils eine Urkunde halten, vor einer weißen Wand auf einem Holzboden.

Alumni MPS Photonics

Den vielleicht persönlichsten Teil des Nachmittags bestritten die Alumni selbst. Drei ausgewählte Alumni aus jeder School berichteten von ihren persönlichen Erfahrungen im Programm, ihrer Forschung und spickten ihren gemeinsamen Vortrag mit allerhand kleinen Anekdoten über die bewegte Promotionszeit. So berichtete Sophie Holtz (Alumna der MPS Cognition), wie unterschiedliche „Spielarten" der Wissenschaft in den Max Planck Schools zusammenfinden, und plädierte dafür, eine gemeinsame Sprache über Fachgrenzen hinweg zu finden. Aysecan Ünal (Alumna der MPS Matter to Life) betonte, wie wertvoll die informellen Gespräche am Rande von Max Planck Schools Day, Spring Days und anderen Veranstaltungen sind und dort oft die nachhaltigsten Verbindungen entstehen. Katsuya Tanaka (Alumnus der MPS Photonics) erinnerte daran, wie viel Freude ihm seine Forschung zur Manipulation von Licht bereitet hat. Diese könne künftig Anwendung in hochmodernen Bildschirmen, Augmented-Reality-Systemen oder sogar in der Endoskopie finden, erklärte er mit großer Begeisterung. Echte Freundschaften, so Katsuya, seien für ihn sicherlich die bleibendste Erinnerung seiner Zeit in der Max Planck Schools Community. Abschließend brachte Aysecan es wie folgt auf den Punkt: Die Max Planck Schools sind weit mehr als ein reines PhD-Programm – sie sind ein Ort, an dem man wächst, zusammenarbeitet und sich zugehörig fühlt.

Mehrere Personen in formeller Kleidung tauschen sich bei einer Veranstaltung in einem hellen Raum an einem Stehtisch mit Getränken aus.
Bei einer Veranstaltung machen zwei Männer und eine Frau ein Selfie, sie tragen Namensschilder und halten verschiedene Getränke in der Hand.
Eine Gruppe von vier Menschen kommuniziert bei einem Empfang, einige halten Sektgläser, einer zeigt einen Daumen nach oben, während sie an einem runden Stehtisch stehen.
Vier Menschen in formeller und legerer Kleidung stehen an einem Stehtisch mit Getränken, umgeben von weiteren Gästen in einem lichtdurchfluteten Raum mit großen Fenstern und grüner Außenansicht.
Eine Gruppe von elf Personen unterschiedlichen Alters und Geschlechts steht in einem Raum mit Holzverkleidung, einige tragen Taschen mit dem Logo der Max Planck Schools, zentral ein Banner der Organisation.
Sieben Personen in formeller und halbformeller Kleidung stehen nebeneinander vor einem Max-Planck-Schools-Banner in einem Raum mit Holzverkleidung und hellen Holzboden.
Vier Personen in formeller und semi-formeller Kleidung stehen vor einem Holzpaneel mit einem Banner der Max Planck Schools, auf dem das Logo und die Webseite abgebildet sind, und halten Informationsmaterial.

Bei einem Sektempfang im Foyer ließen sich die frisch gebackenen Doktor:innen feiern und den Abend ausklingen. Die Graduation Ceremony 2026 in Heilbronn war die verdiente Feier eines langen und oftmals sehr herausfordernden Weges. Und während für die einen damit ein Kapitel endet, beginnt für die Max Planck Schools ein neues: das ihrer Alumni, die nun überall in der Welt ihre eigenen Spuren hinterlassen werden.

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